Oman (عُمان / OM)

Landschaft

Für Oman habe ich dieses Kapitel in Regionen aufgeteilt:
> Adh Dhahirah (الظاهرة)
> Al Batinah (الباطنة)
> Ad Dakhiliyah (الداخلية)
> Ash Sharqiyah (السرقية)
> Muscat (مسقط)

Zudem kann ich einen Ausflug (ohne Fahrrad) in die Exklave Musandam (مسندم) an der Straße von Hormus empfehlen. Dort fährt ein Boot in einen Fjord namens Khor Shimm (خور شم) hinein. An einigen Stellen kann man dann schnorcheln, an anderen Delphine, Haie oder Rochen beobachten.

Leute

Nett und neugierig sind sie, die Omanis. Es kommt häufig vor, dass man für eine kurze Pause zu Datteln und arabischem Kaffee eingeladen wird. Es passierte mir auch, dass Leute anhielten, nur um mir ein paar Getränke für die Fahrt zu schenken. Nicht alle Omanis sprechen Englisch. Daher sollte man wirklich ein paar Höflichkeits-Floskeln auf Arabisch kennen. In der Regel wird man mit Freund = friend = صديق (sa'di:q) angeredet. Das habe ich dann bei Gleichaltrigen auch so gemacht.

Viele Geschäfte und Restaurants werden von Indern betrieben - meist aus Kerala. Diese braucht man natürlich nicht auf Arabisch anzusprechen. Ich hatte jedoch oft Probleme, deren Singsang-Englisch zu verstehen.

Das Lieblings-Musikinstrument der Omanis ist die Autohupe. Omanis hupen immer wenn sie etwas sehen, das sie nicht kennen - da wäre zum Beispiel ein Radfahrer mit Gepäcktaschen. Für diesen gibt es immer ordentlich was auf die Ohren. Ich bin so häufig angehupt worden, dass ich bei jedem Hupen schon reflexartig die rechte(!) Hand zum Gruß hochhob. Das Winken mit der rechten Hand ist überall der Standard-Gruß. Doch Vorsicht: Hat man die rechte Hand gerade voll, so ist die linke Hand keine Alternative. Diese gilt als unrein.

In gleicher Weise sollte man sich der Kultur anpassen, indem man nur mit der rechten Hand isst und Dinge überreicht. Man sollte sich auch nur dann die Nase putzen, wenn gerade niemand zugucken kann. Die Schuhsohlen sollten niemals auf Leute gerichtet sein. Als sehr unangenehm empfand ich es, dass bei der Hitze kurze Hosen verpönt sind, wobei niemand etwas gegen meine kurze Radler-Hose gesagt hat. Die ging wohl als Sport-Bekleidung durch.

Alkohol ist auf dem Lande völlig deplatziert. Wer es die paar Tage nicht ohne Alkohol aushalten kann, der sollte nicht in Oman radeln.

Bedingungen

Sand Dunes Wadis Camels

Ich muss schon sagen, Oman ist wirklich ein tolles Land zum Radfahren - auch wenn dies dort kaum jemand tut. Ich hatte dort meist sehr gute Straßen, kaum Steigungen und häufig überhaupt keine Wolken am Himmel. Die Höchsttemperaturen lagen im November meist etwas über 30 °C, die Tiefstwerte so bei 20 °C. Im Landesinneren war es sehr trocken, an der Küste ziemlich schwül. Bei meiner zweiten Reise im März war es ähnlich - allerdings an der Küste nicht so schwül. Als ich dann noch einmal im Februar loszog waren es auf einmal nur noch 23 °C Höchsttemperatur, und es gab sogar einen richtig scheußlichen Regen-Tag im Hajar-Gebirge.

Wild zu campen scheint absolut gängige Praxis zu sein. Zudem ist es auch unumgänglich, da das nächste Hotel nicht immer in Fahrrad-Reichweite liegt. Die Auswahl des Zeltplatzes war nicht immer einfach. Der Zeltplatz sollte nicht in einem Wadi liegen, denn wenn das Wasser kommt, dann meist urplötzlich. Zudem kann in gebirgigen Regionen Steinschlag ein Problem darstellen. Beim Campen muss der Boden oft erst von Ästen, Dornen und Steinen befreit werden. Nachts zum Pinkel sollte man besser feste Schuhe anziehen - wegen der Skorpione. Ich habe immer alles nach Skorpionen und Schlangen abgeleuchtet, doch keine gesehen. Dennoch gab es am nächsten Tag überall entsprechende Spuren im Sand.

Die Hotels sind eher teuer. Für 15 RO bekommt man meist ein renovierungsbedürftiges Zimmer mit versifftem Waschbecken und auch schon mal Ameisen in der Duschwanne.

Die Versorgung mit Wasser und Nahrung ist in de Regel völlig unproblematisch. In den Ortschaften gibt es überall Geschäfte und Restaurants, wo man das Wichtigste kaufen kann. Diese haben meist auch jeden Tag geöffnet, doch nicht immer mittags und nachmittags, wenn es am heißesten ist. Ansonsten verkaufen auch viele Tankstellen das Nötigste. Nicht immer haben die Tankstellen jedoch einen Shop, auch wenn die Ausschilderung dies verspricht. Die Wegpunkte namens TANKE## aus meiner GPX-Datei kennzeichnen nur Tankstellen mit Shop. Bei frischen Produkten lohnt es sich mitunter einen Blick auf das Haltbarkeits-Datum zu werfen. In den Supermärkten habe ich keine Sonnenschutz-Mittel und keine Mosquito-Sprays gefunden. Beides gibt es nur in Apotheken zu kaufen, wenn man denn Glück hat. Es empfiehlt sich also, beides schon von zu Hause mitzunehmen.

Abends kann man dann gut in indischen Restaurants essen, wenn man es schafft den Indern zu vermitteln, was man unter "not spicy" versteht. Ich habe dabei besser auf Obst und Gemüse als Beilage verzichtet und mir stattdessen selbst Obst gekauft und dies geschält. Auch habe ich immer um Getränke ohne Eiswürfel gebeten.

Beschilderung

Die Beschilderung ist gut und durchgängig zweisprachig. Das ist praktisch, denn so kann man sich die eindeutige Aussprache der Ortsnamen herleiten. Die lateinische Umschrift gibt die Konsonanten nicht genau wieder. Im Arabischen werden hingegen die kurzen Vokale nicht geschrieben. Die beiden Schriften ergänzen sich also ganz gut.

Was fehlt sind gescheite Pausenplätze. Wozu sollte man auch Bänke aufstellen, wenn im Sommer bei über 40 °C niemand sein Auto verlassen möchte? Für Pausen habe ich dann immer ein Handtuch unter einem Akazien-Baum ausgebreitet. Dabei musste ich sehr aufpassen, dass die harten Dornen nicht ins Auge gehen.

Machen widrige Umstände mal ein Weiterfahren unmöglich, so sind immer zahlreiche Pickups japanischer Bauart unterwegs. Man braucht nur mit der Hand nach unten zu winken und der Fahrer hält an. Jemanden nicht mitzunehmen, obwohl man Platz hat, würden Omanis wohl als grobe Unhöflichkeit auffassen.

Zu den speziellen Gegebenheiten in den einzelnen Regionen habe ich dort noch etwas geschrieben:
> Adh Dhahirah (الظاهرة)
> Al Batinah (الباطنة)
> Ad Dakhiliyah (الداخلية)
> Ash Sharqiyah (السرقية)
> Muscat (مسقط)

Höhenprofile & GPS-Tracks

Thilos Oman-VAE-Pack - Version 3
(enthält alle GPS-Tracks und Wegpunkte)
2952 km 3D-S 3D-E 3D-N 3D-W GPX-Datei
Dubai - Muscat (2007) 684 km 2D 3D-S 3D-N
Hatta - Dubai (2007) 198 km 2D 3D-E 3D-W
Ash Sharqiyah (2009) 771 km 2D 3D-S 3D-N
As Seeb - Al Ain (2014) 683 km 2D 3D-SW 3D-NE

Das Freeware-Programm zur Erstellung der Höhenprofile habe ich hier her: www.gps-track-analyse.de Vielen Dank dafür!

Meine Zelt-Plätze (Wegpunkte CAMPING##) habe ich so gewählt, dass sie nicht im Wadi liegen, nicht abschüssig sind und einen gewissen Sichtschutz von der Straße bieten. Ich übernehme aber keine Haftung für deren Sicherheit.

Weitere Wegpunkte und Infos zu Oman gibt's hier: www.motorradkarawane.de
(obwohl ich das Motorrad-Fahren ja eigentlich nicht unterstütze)

Eine gescheite GPS-Map von Oman habe ich hier gefunden: mapcenter.cgpsmapper.com
Die IMG-Files von dort lassen sich mit dem MapSetToolKit in MapSource™ von Garmin™ integrieren.